REMIT II & Algorithmischer Handel: Wie die nächste EU-Verordnung die Energiemärkte bis 2027 neu definieren wird

Rostyslav Nykitenko

Die Ruhe vor dem algorithmischen Sturm

An einem ruhigen Mittwochmorgen in Brüssel um 9:47 Uhr ließ eine Codezeile die Preise auf einem der europäischen Sekundärmärkte für Energie in die Höhe schnellen. Die Störung dauerte weniger als sechs Sekunden – löste aber Transaktionen im Wert von Millionen aus.

Es wurde kein Gesetz gebrochen – noch nicht. Im Rahmen des kommenden REMIT-II-Gesetzes hätte derselbe Algorithmus jedoch als Marktmanipulation eingestuft werden können.

Die Überarbeitung der Verordnung über die Integrität und Transparenz des Energiegroßhandelsmarktes durch die Europäische Union stellt die radikalste Veränderung im Energierecht seit 2011 dar. In den nächsten zwei Jahren werden algorithmische Verantwortlichkeit, datengestützte Durchsetzung und KI-gestützte Compliance zum neuen Standard werden.

Für Energiehändler wird schon bald jede Millisekunde der Entscheidungsfindung einer rechtlichen Begründung bedürfen.

Von Integrität zu Intelligenz: Warum REMIT II existiert

Das ursprüngliche REMIT-System wurde für Menschen entwickelt. Es sollte Insiderhandel und Marktmanipulation in manuell betriebenen Märkten verhindern.

Heute entscheiden Algorithmen über Gebote, sichern Positionen ab und transportieren Strom in Sekundenbruchteilen über Grenzen hinweg. Das Ergebnis: ein digitaler Markt, der auf Regeln basiert, die für analoges Verhalten geschrieben wurden.

REMIT II ist Europas Antwort auf diese Diskrepanz. Die von ACER und der Europäischen Kommission unterstützte Reform bringt den Energiehandel in Einklang mit MiFID II und MAR – Rahmenbedingungen, die Banken vertraut, vielen Energieunternehmen jedoch fremd sind.

Ziel ist es nicht, Innovationen zu bestrafen, sondern Absichten in Code umzusetzen: sicherzustellen, dass automatisierte Systeme rechtmäßig, transparent und sicher konkurrieren.

Warum es wichtig ist – noch bevor es Gesetz ist

Obwohl der endgültige Text noch in der Konsultationsphase ist, ist die Richtung unumkehrbar. Energieunternehmen, die ihre Handelssysteme auf Effizienz und nicht auf Ausfallsicherheit ausgelegt haben, stehen nun vor einer regulatorischen Hürde. Gemäß REMIT II könnten Algorithmen, die unbeabsichtigt Preise verzerren, unter die Manipulationsvorschriften fallen – selbst ohne menschliche Absicht.

Ein mitteleuropäischer Händler brachte es gut auf den Punkt:

„Das Problem ist nicht Betrug, sondern ein Missverständnis. Der Code, den wir geschrieben haben, um schneller zu reagieren, könnte schon bald illegal sein.“

Dies ist der Kern von REMIT II: Die Absicht wird nicht länger ausschließlich vom Menschen beurteilt. Das Verhalten von Code wird untersucht, interpretiert und – falls erforderlich – strafrechtlich verfolgt.

Die neue Architektur der Verantwortung

Gemäß den Entwürfen soll die Haftung im algorithmischen Handel auf drei Ebenen geregelt werden:

Unternehmensebene

Das Unternehmen trägt die letztendliche Verantwortung dafür, dass seine Systeme den Markt nicht verzerren.

Führungsebene

Die Leiter der Compliance-Abteilung und die Handelsdirektoren müssen eine „angemessene Aufsicht“ über automatisierte Systeme nachweisen.

Technisches Niveau

Die Entwickler müssen eine Dokumentation führen, die belegt, wie jeder algorithmische Pfad zu bestimmten Transaktionen führt.

Dies verschiebt den Begriff der Compliance von rein formalen Formalitäten hin zu einer umfassenden Architektur. Jede Codezeile wird zum potenziellen Beweismittel.

Fallstudie: Der Kaskadenalgorithmus

Im Jahr 2024 wurde ein mittelständisches nordisches Handelsunternehmen (nennen wir es Nordeltra) untersucht, nachdem ein rascher Ausverkauf einen Preisrückgang von 15 % in einem regionalen Ausgleichsmarkt verursacht hatte.

Es war keine Manipulation beabsichtigt – der Algorithmus reagierte lediglich schneller auf die Netzfrequenzwarnungen als die Konkurrenz. Dennoch ähnelte das Verhalten einem klassischen Kaskaden-Dump.

Das Ergebnis: keine Geldstrafe, sondern ein Kulturwandel. Nordeltra führt nun vierteljährliche algorithmische Rechtsprüfungen durch, bei denen sowohl die tatsächliche Umsetzung als auch die Absicht überprüft werden.

Bis 2027 wird dies Branchenstandard sein.

Konformität trifft auf Technik

Nicht alle EU-Mitgliedstaaten werden REMIT II einheitlich umsetzen. Diese regulatorische Uneinheitlichkeit könnte dazu führen, dass Unternehmen in einem Rechtsraum die Vorschriften einhalten, in einem anderen jedoch Risiken ausgesetzt sind.

Ein in den Niederlanden legaler Handelsalgorithmus könnte in Ungarn fragwürdig sein.

Eine harmonisierte Compliance-Architektur ist die einzig nachhaltige Lösung – ein Rahmenwerk, das sich an verschiedene Rechtslandschaften anpassen lässt.

Genau hier liegt der strategische Mehrwert der grenzüberschreitenden Strukturierung von Nykitenko Legal.

Die unsichtbare Bedrohung: Regulierungsdrift

Nicht alle EU-Mitgliedstaaten werden REMIT II einheitlich umsetzen. Diese regulatorische Uneinheitlichkeit könnte dazu führen, dass Unternehmen in einem Rechtsraum die Vorschriften einhalten, in einem anderen jedoch Risiken ausgesetzt sind.

Ein in den Niederlanden legaler Handelsalgorithmus könnte in Ungarn fragwürdig sein.

Eine harmonisierte Compliance-Architektur ist die einzige nachhaltige Lösung – ein Rahmenwerk, das sich an verschiedene Rechtslandschaften anpassen lässt.

Genau hier liegt der strategische Mehrwert der grenzüberschreitenden Strukturierung von Nykitenko Legal.

Im algorithmischen Gerichtssaal

Stellen Sie sich vor, Sie müssten den Regulierungsbehörden in Brüssel Ihren Algorithmus erklären und verteidigen, warum er gekauft, verkauft oder pausiert hat.

Das ist die Zukunft.

Im Rahmen von REMIT II werden Prüfprotokolle zu Beweismitteln. ACER entwickelt eine Echtzeit-Überwachungsschnittstelle, die europäische Regulierungsbehörden und Börsen miteinander verbindet. Algorithmen werden durch Algorithmen überwacht.

Geringfügige statistische Anomalien können Untersuchungen auslösen. Unternehmen müssen ihre Unschuld durch Datenrekonstruktion und nicht durch Argumente beweisen.


Das Phantom-Portfolio: Wenn Compliance Geheimnisse ans Licht bringt

Im Jahr 2025 setzte ein westeuropäischer Händler (EnerX) einen grenzüberschreitenden Arbitrage-Algorithmus ein. Die Gewinne blieben stabil – bis KI-Scanner Muster erkannten, die auf Wash-Trading hindeuteten.

EnerX manipulierte keine Märkte; das Unternehmen korrigierte lediglich Latenzzeiten. Die Firma erhielt zwar die Genehmigung, doch die Regulierungsbehörden erlangten detaillierten Einblick in ihre firmeneigene Logik.

Gemäß REMIT II kann selbst die perfekte Einhaltung der Vorschriften den Wettbewerbsvorteil gefährden.

Aus diesem Grund überschneidet sich die regulatorische Verteidigung zunehmend mit dem Schutz geistigen Eigentums – eine doppelte Spezialität von Nykitenko Legal.

Daten als Beweismittel: Das nächste Schlachtfeld der Compliance

Künftige Kontrollen werden nicht durch Razzien, sondern durch Datenanforderungen erfolgen. Die Aufsichtsbehörden werden Unternehmen verpflichten, Entscheidungsdaten zu führen – detaillierte Aufzeichnungen, die zeigen, wie jeder algorithmische Zweig sein Ergebnis erzeugt hat.

Kann ein Unternehmen die Entscheidungslogik nicht rekonstruieren, könnten die Aufsichtsbehörden die Schuld dafür tragen.

Daher muss jeder Compliance-Beauftragte Code verstehen und jeder Entwickler die rechtlichen Risiken kennen. Dies ist der Kern des Integrationsansatzes von Recht und Entwicklung von Nykitenko Legal.

Ukraine: Europas stiller Spielplatz

Während Brüssel die Regeln entwirft, testet Kiew sie bereits. Durch die Verpflichtungen der Energiegemeinschaft und die Integration in ENTSO-E gleicht die Ukraine ihre Transparenzstandards an REMIT an.

Bis 2027 könnten Pilotprojekte auf Märkten für algorithmischen Währungsausgleich die Ukraine zum einzigen Nicht-EU-REMIT-II-kompatiblen Testfeld machen.

Für Investoren stellt dies einen seltenen Wettbewerbsvorteil dar. Die kombinierte EU- und Ukraine-Expertise von Nykitenko Legal versetzt Mandanten in die Lage, diese Chance frühzeitig zu nutzen.

Vom Recht zur Logik: Die bevorstehende Konvergenz

Recht und Verordnung verschmelzen. Compliance ist keine statische Verpflichtung mehr, sondern ein dynamischer Prozess – kontinuierlich aktualisiert, geprüft und dokumentiert. Wenn REMIT II in geltendes Recht umgesetzt wird, liegt der entscheidende Unterschied nicht in Geschwindigkeit oder Kapital, sondern in der in die Systeme integrierten Glaubwürdigkeit.

Das Paradoxon des modernen Energierechts besteht darin, dass dieselbe Technologie, die die Effizienz steigert, gleichzeitig die Anfälligkeit erhöht. Nur Unternehmen, die die Einhaltung von Vorschriften als Teil ihrer Planung und nicht als Verteidigungsstrategie begreifen, werden erfolgreich sein.

Zukunftssicherung des Handelstisches

1. Ein lebendiges Compliance-System aufbauen

Statische Handbücher verlieren Monate nach Inkrafttreten von REMIT II ihre Gültigkeit. Sie sollten durch adaptive Rahmenwerke ersetzt werden, die Aktualisierungen von ACER und ESMA automatisch überwachen, Änderungen in konkrete Maßnahmen umsetzen und Inkonsistenzen zwischen verschiedenen Rechtsordnungen aufzeigen.

2. Ein Verteidigungskonzept vor Prozessbeginn entwickeln

Gehen Sie davon aus, dass jedes Protokoll, jede Nachricht und jede Codeversion als Beweismittel dienen könnte.

Implementieren:

  • Zeitstempel-Synchronisierung auf UTC+0,
  • Genehmigungsverfahren mit menschlicher Beteiligung,
  • Automatisierte fünfjährige Speicherung von Handelsentscheidungen.

3. Zusammenführung von rechtlicher und technischer Aufsicht

Die meisten Verstöße gegen regulatorische Bestimmungen entstehen durch Übersetzungsfehler. Ein Entwickler liest „Manipulation vermeiden“ und optimiert die Latenz; ein Anwalt liest es und sieht darin ein strafrechtliches Risiko. Bereichsübergreifende Arbeitsgruppen müssen permanent und nicht reaktiv agieren.

4. Regulatorischen Stress simulieren

Führen Sie simulierte Untersuchungen und politische Schocks durch. Testen Sie, ob Ihre Systeme sich an neue Offenlegungsvorschriften, grenzüberschreitende Datensperrungen oder gleichzeitige behördliche Anfragen anpassen können.

5. Compliance in eine Strategie umwandeln

Behandeln Sie Compliance als Wettbewerbsinformation. Unternehmen, die algorithmische Integrität nachweisen, gewinnen Investoren, das Vertrauen der Aufsichtsbehörden und bessere Kreditratings.
Wie Rostyslav Nykitenko oft betont: „Die intelligentesten Rechtssysteme sind unsichtbar – sie greifen, bevor das Problem überhaupt auftritt.“

Ausblick 2027: Risiko, Rendite und Reputation

Bis 2028 wird die Marktstruktur durch algorithmische Compliance bestimmt. Die Durchsetzung erfolgt vorausschauend. Die Überwachung wird automatisiert. Transparenz, nicht Geschwindigkeit, wird über den Erfolg entscheiden.

Wer sich jetzt anpasst – Algorithmen prüft, Jurisdiktionen ausrichtet und mit interdisziplinären Beratern zusammenarbeitet – wird den Vertrauensvorsprung der nächsten Ära halten.

Zukunftssicherung mit Nykitenko Legal

Nykitenko Legal berät europäische und internationale Energiehändler zu folgenden Themen:

  • Regulierungsprognose (2026–2030)
  • Technisch-rechtliche Interoperabilitätsprüfungen
  • Grenzüberschreitende Compliance und Streitvermeidung
  • Fusionen und Fusionen im Hinblick auf erneuerbare Energien und Wasserstoff

Im algorithmischen Markt von morgen werden die stärksten Systeme nicht nur das Gesetz befolgen – sie werden es antizipieren.

Kontaktieren Sie Nykitenko Legal für eine vertrauliche REMIT II-Bereitschaftsprüfung.

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